Ist der günstigste Gasanbieter auch der beste?

Um Geld zu sparen, haben viele Haushalte für sich die Möglichkeit entdeckt, den Gasanbieter zu wechseln. Über einen kostenlosen Gaspreisvergleich ist der günstigste Gasversorgung, bzw. der preiswerteste Gastarif schnell ermittelt. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 750 Gasversorgungsunternehmen, die die private und gewerbliche Endkunden beliefern. Bei der großen Anzahl stellen sich viele Verbraucher die Frage, ob der günstigste Gasanbieter auch der beste ist oder ob es über die Tarifhöhe hinaus noch andere Auswahl- und Entscheidungskriterien gibt.

Öffnung des Gasmarktes vor rund 10 Jahren
Der Gasmarkt ist nun bereits seit über 10 Jahren freigegeben, die Wechselwelle rollt allerdings erst in jüngster Zeit so richtig an. Da sich die Gasversorger für die Kundengewinnung in erster Linie über die Preisbildung orientieren, leidet oftmals der Kundenservice und die Vertragskonditionen lassen zu wünschen übrig. Verschiedene Institutionen haben Studien und Untersuchungen in Auftrag gegeben, bei denen die Gasanbieter, insbesondere die neuen Versorger, die in die regionalen und überregionalen Märkte drängen, unter die Lupe genommen werden. Dabei werden Kundenorientierung, die Qualität der Kontakte per Telefon oder Email und die Reaktionsgeschwindigkeit genauso geprüft wie die interne Tarifpolitik der einzelnen Konzerne.

Preisgestaltung versus Serviceleistungen
Während bei der Beurteilung der Preisgestaltung in den einzelnen Tarifen gute Ergebnisse erreicht werden, zeigen sich bei der Serviceanalyse doch einige Mängel: Mal sind Hotlines kostenpflichtig oder gar nicht erreichbar, mal lässt die Kompetenz der Gesprächspartner beim Energieunternehmen zu wünschen übrig. Die Zuverlässigkeit der Gasversorgung ist jedoch bei allen Anbietern gegeben, zumindest darüber braucht man sich als Kunde keine Sorgen machen – vor allem auch im Hinblick auf die Grundversorgungspflicht der Grundversorger für Gas.

Vertragsbedingungen gründlich prüfen
Wem der niedrige Gaspreis wichtiger ist als die Servicequalität, der sollte trotz allem die Vertragsbedingungen des gewählten Gasversorgers gründlich studieren. Vor allem was die Kündigungsfristen angeht, gibt es hier deutliche Unterschiede. Im Gegensatz zum Grundversorgungstarif lassen sich diese Verträge nämlich nicht so ohne Weiteres kurzfristig kündigen. Bei vielen Gasanbietern liegt die Mindestvertragslaufzeit bei zwölf Monaten oder noch länger. Auch hier gilt dann: Wird der Vertrag nicht fristgemäß gekündigt, verlängert sich die Laufzeit, in der Regel um ein Jahr. 80% der Gasanbieter räumen allerdings ein Sonderkündigungsrecht ein, das wahrgenommen werden kann, wenn Preiserhöhungen angekündigt sind.