Ist ein Gasanbieter Wechsel mit Risiken verbunden?

Wer sich einmal mit den Gaspreisen, den verschiedenen Gastarifen und der Vielzahl der Gasanbieter beschäftigt, merkt schnell, dass hier ein enormes Sparpotential verborgen liegt. Als Endverbraucher kann man leicht 400 bis 500 Euro im Jahr einsparen, wenn man den richtigen Gasanbieter wählt.

Viele Verbraucher fragen sich allerdings, mit welchen Risiken ein Gasanbieter-Wechsel verbunden ist. Insbesondere die zuverlässige Versorgung mit Erdgas in der Phase des Wechsels macht Sorgen. Denn natürlich will niemand plötzlich ohne Gas dastehen, vor allem dann nicht, wenn Heizung, Warmwasserversorgung und die Herdnutzung von einer konstanten Erdgaszufuhr abhängig sind. In dieser Hinsicht kann man ganz beruhigt sein. Vom Gesetzgeber ist eine sogenannte Grundversorgungspflicht vorgeschrieben.

Sicherung der Gasversorgung
Damit die Versorgung der Haushalte mit Erdgas – das Gleiche gilt übrigens auch für die Stromversorgung – gewährleistet ist, gelten folgende Grundsätze: Jeder private Haushalt und jedes Kleingewerbe hat Anspruch auf eine zuverlässige und lückenlose Versorgung mit Erdgas. Die Verrechnung der Lieferung erfolgt zu einem Grundpreis, der öffentlich bekannt gegeben werden muss. Das heißt sowohl bei einem Umzug als auch beim Gasanbieterwechsel, dass diese Grundversorgung genutzt werden kann und zwar sofort und ohne vorherigen Vertragsabschluss.

Preiserhöhungen nur nach schriftlicher Ankündigung
Preiserhöhungen für die Grundversorgung dürfen übrigens immer nur zum Anfang eines Monats erfolgen und müssen sechs Wochen im Voraus öffentlich bekannt gegeben werden. Als Kunde muss man die Mitteilung über die Gaspreiserhöhung zusätzlich schriftlich erhalten. Gleichzeitig hat man bei einer solchen Preiserhöhung ein Kündigungsrecht und kann zum Ende eines Monats mit einer Kündigungsfrist von einem Monat den Liefervertrag beenden.

Grundversorger im eigenen Netzgebiet
Zur Grundversorgung eines Haushaltes ist in der Regel immer der Gasversorger verpflichtet, der im betreffenden Netzgebiet für die Grundversorgung mit Gas zuständig ist. Das ist der Energieversorger, der die meisten Haushalte beliefert. Die Festlegung des Grundversorgers wird vom Betreiber des Gasversorgungsnetzes vorgenommen. Alle drei Jahre werden die Kundenverträge überprüft und ein Grundversorger für Erdgas für die nächsten drei Jahre festgelegt. Gesetzliche Grundlagen für die Grundversorgungspflicht sind zum einen im Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesetz (Energiewirtschaftsgesetz – EnWG) im § 36 festgelegt. Die Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) bestätigt diese gesetzliche Verpflichtung und beschreibt die weiteren Modalitäten wie zum Beispiel die Pflicht zur Veröffentlichung der Konditionen, Vertragsbedingungen und Preise durch den jeweiligen Grundversorger.