Kann man als Mieter den Gasanbieter wechseln?

In Deutschland wohnt noch immer ein großer Teil der Menschen in Mietswohnungen. Hier stellt sich oft die Frage, ob auch die Haushalte, die zur Miete wohnen, die Möglichkeit haben, den Gasanbieter zu wechseln. Hierbei kommt es in erster Linie darauf an, wer den Vertrag mit dem Energieversorger abgeschlossen hat. Diese Regelung wird im Mietvertrag geschlossen.

Grundsätzlich gibt es für die Regelung der Energieversorgung in Mietswohnungen zwei Modelle:

Gasversorgung über den Vermieter
Wird das Wohnhaus über eine Zentralheizung beheizt, dann hat der Vermieter den Energieversorgungsvertrag mit dem Gaslieferanten abgeschlossen und rechnet einmal jährlich mit allen Mietern ab. Die Monatspauschale für die Gaslieferung ist in der Miete enthalten und wird an den Vermieter gezahlt, bei der Jahresabrechnung werden dann eventuelle Überschüsse vom Vermieter an den Mieter zurückerstattet. Ging der Verbrauch des Mieters über die bereits gezahlte Vorauszahlung hinaus, wird eine Nachzahlung fällig. Der exakte Wärmeverbrauch jeder Mietpartei wird einmal jährlich direkt an den Heizkörpern in der Wohnung abgemessen. Bei dieser Variante hat der Mieter keine Möglichkeit, den Gasanbieter zu wechseln, da der Vertrag über den Vermieter läuft. Allerdings kann man als Mieter oder Mietergemeinschaft den Vermieter darauf ansprechen und den Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter anregen. Eine Verpflichtung zum Wechseln hat der Vermieter allerdings nicht.

Beheizung per Gasetagenheizung
Im zweiten Fall wird jede Mietswohnung eines Hauses über eine sogenannte Gasetagenheizung beheizt. Diese übernimmt meist die Raumheizung sowie die Warmwasserbereitung. Die Gastherme oder der Gasbrennwertkessel befinden sich in der Wohnung, oft im Badezimmer oder im Wohnungsflur, mitunter auch in einem separaten Raum. Der Mieter kann die Höhe der Raum- und Warmwassertemperatur selbst regeln. Auch die Absenkungszeiten für die Heizung werden direkt am Gerät eingestellt. Ist eine Gasetagenheizung vorhanden, schließt in der Regel der Mieter den Vertrag mit dem Gasanbieter ab und zahlt dementsprechend auch die monatlichen Pauschalen direkt an den Gasversorger. Als Vertragspartner kann der Mieter selbst entscheiden, bei welchem Gasversorger er sein Erdgas bezieht und kann sich dementsprechend über einen kostenlosen Gaspreisvergleich den günstigsten Gasanbieter für die jeweilige Region suchen.

Achtung: Bruttowarmmiete ist unzulässig
Ein Sonderfall ist die Bruttowarmmiete. Hier läuft der Vertrag mit dem Gasversorger ebenfalls über den Vermieter. Dem Mieter wird jedoch keine individuelle jährliche Abrechnung vorgelegt, sondern die Kosten für die Gasbelieferung werden über eine Monatspauschale abgerechnet. Nach den gesetzlichen Grundlagen der Heizungsverordnung sind solche Absprachen allerdings unzulässig, da jeder Mieter ein Anrecht auf eine detaillierte Betriebskostenabrechnung hat.